Gesundes Kinzigtal: Ärzte verordnen weniger Antibiotika
Da gerade bei Kindern die Gabe von Antibiotika zur Veränderung der Darmflora und damit verbunden zu einem instabilen Immunsystem sowie langfristigen Folgeerkrankungen führen könne, wie Dr. Christian Daxer, HNO-Facharzt in Gengenbach und Mitglied im Ärztlichen Beirat von Gesundes Kinzigtal erklärt, ist der Rückgang von 18,37 Prozent bei Kindern unter 14 Jahren im Kinzigtal (Leistungspartner und Nicht-Leistungspartner) besonders erfreulich. Baden-Württemberg verzeichnet einen Rückgang von 5,64 Prozent, auf Bundesebene beläuft sich dieser auf 6,68 Prozent.
Jede dritte Antibiotika-Verordnung überflüssig
„Dieser überproportionale Rückgang des verordneten Antibiotikavolumens erklärt sich auch durch unsere langjährigen Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen im Kinzigtal“, betont Dr. Brigitte Stunder, Fachärztin für Allgemeinmedizin aus Zell am Harmersbach und Mitglied im Ärztlichen Beirat von Gesundes Kinzigtal. So finden seit dem Start der Integrierten Versorgung im Jahr 2005 jährlich interne Fortbildungen der Haus- und Fachärzte zum Thema Medikamentenverordnungen bei Bronchitis oder COPD statt. Aus diesen Fortbildungen ist unter anderem ein Behandlungsleitfaden für eine rationale Antibiotikatherapie bei COPD-Exazerbation entstanden. Eine weitere Reduzierung der Antibiotikaverordnungen sei möglich.
Aufklärungskampagne soll Patienten sensibilisieren
„Wir sagen der übermäßigen oder unsachgemäßen Gabe von Antibiotika weiterhin den Kampf an“, teilt Elisa Kern, zuständige Projektmanagerin bei Gesundes Kinzigtal, mit. Im vergangenen Jahr startete eine Aufklärungskampagne. Die Patienten werden in den Arztpraxen unter dem Motto „Gezielt oder gar nicht“ über den sinnvollen Einsatz von Antibiotika informiert und zum Ziel hat, dass Patienten weniger häufig eine Verordnung verlangen.