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Arzneimittelsteuerung am Beispiel der intravitrealen operativen Medikamenteneingabe in Baden-Württemberg

31.03.2015 16:20
Die intravitreale operative Medikamenteneingabe (IVOM) ist seit 2005 eine Standardleistung von chirurgisch tätigen Augenärzten (Ophthalmochirurgen). Die Zulassung von „Macugen“ erfolgte durch die europäische Zulassungsbehörde EMA am 31. Januar 20061. Am 22. Februar 2007 folgte die Zulassung von Ranibizumab („Lucentis“)2. Die Firma Genentech konnte mit den Zulassungsstudien MARINA und ANCHOR für „Lucentis“ nachweisen, dass eine monatliche Verabreichung von 0,5mg Ranibizumab bei rund 95% der Patienten zu einer Visusstabilisierung führt und bei rund 34% der Patienten eine klinisch signifikante Visusverbesserung erreichbar ist3,4. Dieser medizinische Durchbruch bei der Behandlung der feuchten AMD veranlasste ab dem Jahr 2005 eine Vielzahl der Augenärzte u.a. in Baden-Württemberg, die Behandlung der feuchten AMD mit Bevacizumab anzubieten, um all jenen Patienten zu helfen, die ansonsten zumindest bis zur EMA-Zulassung und der Verfügbarkeit von „Lucentis“ in Deutschland irreversible Visusverluste erlitten hätten. Bevacizumab und Ranibizumab besitzen einen identischen Wirkmechanismus5. Somit stand auch ein signifikanter Anteil der Versicherten der AOK Baden-Württemberg mit feuchter AMD zum Zeitpunkt der Markteinführung von „Lucentis“ im Februar 2007 bereits unter Bevacizumab-Therapie.

http://doi.org/10.24945/MVF.03.15.1866-0533.1986

Abstract
Mit Wirkung zum 1. Mai 2012 unterzeichnete die AOK Baden-Württemberg mit der QMBW GmbH den §73c-Vertrag IVOM, in den sich 210 Ophthalmochirurgen und 12.139 Patienten einschrieben (Stand: 31.12.2014). Betrachtet man die Verteilung der 15.307 gesicherten Diagnosen (15.307 Augen von 12.139 Patienten) lässt sich feststellen, dass die neovaskuläre AMD mit rund 62,3 % die häufigste Diagnose im IVOM-Markt stellt (DMÖ 22,2% und RVV 11,9%). Der §73c-Vertrag ist infrastrukturell durch ein elektronisches Register zur Abrechnung und Qualitätssicherung untermauert, das den Vertragspartnern erlaubt, Trends und Entwicklungen unmittelbar zu erkennen und Entscheidungen für eine stetige Versorgungsverbesserung zu treffen. Die Verwendbarkeit aller verfügbaren Arzneimittel, die Integration von evidenzbasierten Therapieschemata, die Verwendung der SD-OCT für eine bedarfsorientierte Arzneimitteltherapie sowie die unabhängige Überwachung der Arzneimittelsicherheit sind außergewöhnliche Fortschritte, die nur mit einem Selektivvertrag von innovativen Partnern flächendeckend implementierbar sind.

Drug management using the example of intravitreal injections in Baden-Württemberg
Effective May, 1st 2012 AOK Baden-Wuerttemberg and QMBW GmbH signed the §73c contract IVI. As of December, 31st 2014 210 eye surgeons and 12,139 patients were enrolled. 15,307 eyes of 12,139 patients were diagnosed. With a market share of 62.3% wet amd (neovascular age-related macular degeneration) is the most common diagnosis in the market of intravitreal injections (DME 22.2% and RVO 11.9 %). The contract is managed (billing and quality management) with a web based registry, which allows both contract parties to identify trends and developments immediately and therefore to allow decisions for a continuously improvement regarding treatment of patients. The integration of all available drugs and evidence based treatment schemes, the reimbursement of SD-OCT and the independent drug safety evaluation are milestones which can only be implemented by innovative contract parties.

Keywords
IVI, intravitreal injection, Ranibizumab, Lucentis, Bevacizumab, Avastin, Aflibercept, Eylea, Ozurdex, registry, prefilled syringe, wet AMD, neovascular AMD, diabetic macular edema, retinal vein occlusion, AOK, ophthalmology, statutory health insurance

Dr. Christopher Hermann , Andreas Pfaff

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Zitationshinweis : Hermann, C., Pfaff, A.: "Arzneimittelsteuerung am Beispiel der intravitrealen operativen Medikamenteneingabe in Baden-Württemberg" (MVF) 03/15, S. 39-43); doi: 10.24945/MVF.03.15.1866-0533.1986

 

Ausgabe 03 / 2015

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