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Studie: Psychische Gesundheit korreliert mit Lebenszufriedenheit

07.02.2014 16:33
Die psychische Gesundheit ist der Faktor mit dem größten Einfluss auf die Lebenszufriedenheit. Es folgen körperliche Gesundheit, Einkommen und Arbeitslosigkeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Arbeitsgruppe um den Ökonomen Richard Layard vom Centre for Economic Performance der London School of Economics and Political Science.

Psychische Erkrankungen sind den Wissenschaftlern zufolge die Ursache von bis zu 20 Prozent der Erwerbsunfähigkeit. In Behandlung befinde sich aber auch in reichen Ländern nur weniger als ein Drittel der Betroffenen. „Eine kosteneffektive Behandlung von Depressionen und Angststörungen ist heute möglich - mit Heilungsraten von mindestens 50 Prozent“, so Layard. Dennoch gebe kaum eine Regierung mehr als 15 Prozent ihres Gesundheitsetats für die Behandlung seelischer Erkrankungen aus.

„Die Prioritäten bei der Mittelverteilung innerhalb des Gesundheitswesens müssen überarbeitet werden. Wir müssen die Versorgung und Erforschung von psychischen Erkrankungen verbessern“, fordert deshalb der Vorsitzende des Spitzenverbandes ZNS (SPiZ), Dr. Frank Bergmann.

Der im Vergleich zu körperlich Erkrankten geringe Mittelaufwand sei für psychisch Erkrankte diskriminierend und zudem wirtschaftlich unvernünftig, so der Ökonom Layard und seine Kollegen. Wenn mehr psychisch Kranke adäquat behandelt würden, könnte der Staat Kosten für Sozialausgaben sparen und würde weniger Steuereinnahmen aufgrund von Erwerbsunfähigkeit verlieren. Layard: „In reichen Ländern wäre wahrscheinlich eine für die Staatskassen kostendeckende Behandlung der von psychischen Leiden Betroffenen möglich.“

Dem schließt sich der SPiZ an: „Diskriminierung ist ein individuelles Problem für die Betroffenen und ein ökonomisches Problem für die Gesellschaft. Konkret wären nötig: eine bessere regionale Vernetzung und eine angemessene Vergütung der sprechenden Medizin“, so Bergmann.

Layard nutzte Daten des Sozio-Oekonomischen Panels (SOEP), der größten und am längsten laufenden multidisziplinären Langzeitstudie als Teil der Forschungsinfrastruktur in Deutschland. Seit 1984 befragte hierfür ein Umfrageinstitut jedes Jahr mehrere tausend Menschen. Neben den deutschen Daten werteten die Wissenschaftler auch Daten von Langzeitstudien aus Australien und Großbritannien aus. In die Untersuchung flossen die Daten aller Befragten über 25 Jahren ein. Als „unglücklich“ definierte Layard jene 25 Prozent der Befragten, die auf Skalen die jeweils niedrigsten Zufriedenheitswerte angegeben hatten.

Quelle

Layard R et al.: Mental illness and unhappiness

SOEP — The German Socio-Economic Panel Study at DIW Berlin 600-2013

www.bvdn.de

www.bvdp.de

www.bdn.de

Editorial

RoskiHerausgeber
Prof. Dr.
Reinhold
Roski

 

 

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