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Studie: Zwei Drittel der Deutschen googlen nach dem Arztbesuch

28.11.2014 12:55
- Internet ist Informationsquelle Nr. 1, - Familie und Freunde an zweiter Stelle - Am meisten wird aber dem Urteil eines weiteren Arztes vertraut - Mündige Patienten setzen auf ärztliche Zweitmeinung
Deutschlands Patienten werden immer selbstbewusster. Diagnosen und Behandlungsempfehlungen ihrer behandelnden Ärzte nehmen viele nicht mehr einfach so hin, sondern konsultieren gleich im Anschluss "Dr. Google" oder ihr persönliches Netzwerk. 65 Prozent der Bundesbürger recherchieren nach einem Arztbesuch regelmäßig in Foren und Gesundheitsportalen zu ihrer Erkrankung und den möglichen Behandlungsmethoden. Weitere 17 Prozent haben das schon einmal gemacht. Dies sind Ergebnisse der Studie "Zweitmeinungsverfahren aus Patientensicht" der Asklepios Kliniken, für die 1.000 Bundesbürger befragt wurden.
Daneben werden Familienangehörige oder Freunde häufig um Rat gefragt: 64 Prozent besprechen das Ergebnis ihres Arztbesuchs mit nahestehenden Personen. Erst an dritter Stelle steht mit 53 Prozent die Konsultation eines anderen Arztes. Dabei genießen Ärzte im Vergleich der Informationsquellen das größte Vertrauen (91 Prozent), vor Krankenkassen (77 Prozent), dem persönlichen Netzwerk (69 Prozent) sowie Internetquellen
(56 Prozent). Gedruckten Zeitschriften wird interessanterweise am wenigsten vertraut
(51 Prozent). Misstrauisch gegenüber arztfremden Quellen sind vor allem die Männer, insbesondere beim persönlichen Netzwerk (63 Prozent im Vergleich zu 74 Prozent bei den Frauen) sowie Online-Plattformen und -Foren (51 Prozent vs. 60 Prozent). Danach gefragt, welche Informationsquellen für die Entscheidungsfindung besonders nützlich sind, ist die Verteilung dem "Vertrauens-Ranking" sehr ähnlich - jedoch liegen die Portale und Foren hier zwei Prozent vor dem Bekanntenkreis.

Zweitmeinungsverfahren gibt bessere Entscheidungsgrundlage

Die gestiegene Aufgeklärtheit und Mündigkeit der Patienten zeigt sich auch beim Thema Zweitmeinungsverfahren. Darunter ist eine zweite  ärztliche Beurteilung einer vom behandelnden Arzt empfohlenen  Therapie gemeint. Seit 1989 wird die Einholung einer solchen  Zweitmeinung unabhängig von der Art der Erkrankung von den  Krankenkassen finanziert. Patienten, die schon einmal eine  Zweitmeinung erhalten haben, haben dies in 54 Prozent der Fälle  selbst eingefordert. In 32 Prozent wurde die Zweitmeinung von  Praxisärzten initiiert, in 11 Prozent von Krankenhausärzten, in 2  Prozent von Krankenkassen.

Die Vorteile des Zweitmeinungsverfahrens liegen klar auf der Hand. "Der Patient erhält durch die zweite Meinung eine bessere Entscheidungsgrundlage, auch in Bezug auf alternative Behandlungsmöglichkeiten", sagt Dr. Thomas Wolfram, Geschäftsführer und Sprecher der Asklepios Kliniken Hamburg.

Vertrauen zum behandelnden Arzt durch Zweitmeinung gestärkt

94 Prozent der befragten Patienten, die schon einmal eine  Zweitmeinung eingeholt haben, waren mit dem Ergebnis zufrieden, 50  Prozent sogar sehr zufrieden. Als Hauptgrund geben die Befragten an,  dass ihnen die Zweitmeinung dabei geholfen hat, die für sie am besten geeignete Behandlungsmethode zu wählen (85 Prozent). Mehr als drei  Viertel berichten auch von einem gestärkten Vertrauen zu ihrem  behandelnden Arzt (77 Prozent). Fast ebenso viele ziehen ihren  behandelnden Arzt nach Einholung der Zweitmeinung für die  Entscheidungsfindung zurate. "Im Idealfall ist das  Zweitmeinungsverfahren ein gutes Zusammenspiel zwischen Patient,  behandelndem Arzt und zweitem Facharzt. Die Ärzte sollten sich am  Patientenwohl ausrichten - der Patient sich aufgeklärt und aktiv in  den Entscheidungsprozess einbringen", so Dr. Thomas Wolfram von den  Asklepios Kliniken Hamburg.

Asklepios Kliniken Hamburg zeigen Initiative

Die Asklepios Kliniken in Hamburg bieten ihren Patienten seit Oktober 2014 aktiv eine Zweitmeinung in einer Vielzahl medizinischer  Fachbereiche an. "Insbesondere vor Therapiemaßnahmen, die den  Lebensweg eines Patienten entscheidend beeinflussen oder einen langen Krankenhausaufenthalt bedeuten würden, ist eine Zweitmeinung zu  empfehlen", sagt Dr. Thomas Wolfram, Geschäftsführer und Sprecher der Asklepios Kliniken Hamburg. Daher wird Patienten in diesen Fällen  regelhaft eine zweite Meinung angeboten, und zwar in den  Fachrichtungen Frauenheilkunde, Gefäßmedizin, Kardiologie,  Neuromedizin und Rückenmedizin / Wirbelsäule. Die Ausweitung auf  andere medizinische Bereiche ist geplant. Sobald der Patient sein  Einverständnis gegeben hat, gehen die nötigen Informationen an einen  zweiten Facharzt im Asklepios-Klinikverbund, der innerhalb einer  Woche eine Zweimeinung erstellt. Über 50 Experten nehmen am Verfahren teil. Die Zweitmeinung wird nach speziellen Leitlinien verfasst, die  auf Empfehlungen unabhängiger medizinischer Fachgesellschaften  basieren.
Editorial

RoskiHerausgeber
Prof. Dr.
Reinhold
Roski

 

 

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