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Augsburg: Deutschlands größtes Studienzentrum der Nationalen Kohorte eröffnet

29.10.2014 15:18
Am 22. Oktober hat das Helmholtz Zentrum München am Klinikum Augsburg das größte Studienzentrum der Nationalen Kohorte (NAKO) eröffnet. Ziel dieser deutschlandweiten Bevölkerungsstudie mit 18 Standorten ist es, Ursachen und Risikofaktoren für die wichtigsten Volkskrankheiten genauer zu erforschen. Das sind unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, Lungenerkrankungen, Demenz und Depressionen. Am Augsburger Studienzentrum sollen auf lange Sicht 20.000 Bürgerinnen und Bürger untersucht werden. Die Wissenschaftler hoffen auf eine starke Beteiligung.

Der bayerische Wissenschaftsstaatssekretär Bernd Sibler betonte bei der Eröffnung des Studienzentrums in Augsburg: „Die Nationale Kohorte ist derzeit sicherlich das zentrale Projekt der epidemiologischen Forschung in Deutschland. Wir erwarten uns von dieser Untersuchung viele wertvolle Erkenntnisse zur Früherkennung und Prävention der großen Volkskrankheiten – in Bayern, in Deutschland und in der ganzen Welt. Der Freistaat unterstützt dieses Projekt daher mit voller Überzeugung und investiert über seine Einrichtungen insgesamt 15 Millionen Euro für die ersten zehn Jahre. Dieses Geld ist im Sinne der Gesundheitsförderung und der Prävention sehr gut angelegt – für eine gesunde Bevölkerung weit über die Grenzen des Freistaates hinaus.“

Dr. Alfons Enhsen, Geschäftsführer für wissenschaftlich-technische Infrastruktur am Helmholtz Zentrum München, sagte anlässlich der Eröffnung: „Unser neues Studienzentrum wird einen ganz wesentlichen Beitrag leisten, um die Gesundheit der Menschen zu verbessern und die Grundlagen einer künftigen Medizin insbesondere zur Vorbeugung und Behandlung komplexer chronischer Erkrankungen zu erarbeiten.“ Enhsen ergänzte: „Neben unserem Augsburger Studienzentrum eröffnen wir am Helmholtz Zentrum München zudem eine große Bioprobenbank für Proben aus allen NAKO-Standorten. Damit werden wir zum langfristigen Erfolg der Nationalen Kohorte beitragen.“

Langjährige Erfahrung mit Bevölkerungsstudien am Standort Augsburg


Seit rund 30 Jahren betreibt das Helmholtz Zentrum München in der Region Augsburg mit Erfolg die große Bevölkerungsstudie MONICA/KORA. Aus KORA ist sehr viel Wissen in die Planung eingeflossen, sie ist sozusagen die Mutter der Nationalen Kohorte. „Um für die Zukunft weitere wichtige Forschung zu ermöglichen, ist es jetzt erforderlich, eine neue, moderne Bevölkerungsstudie zu etablieren“, sagt Frau Prof. Dr. Annette Peters, Leiterin des Instituts für Epidemiologie II am Helmholtz-Zentrum München.

Im Fokus der Studie steht die Prävention: „Uns interessiert in erster Linie die Frage: Wie bleiben wir gesund und was macht uns krank“, fasst Prof. Jakob Linseisen, Leiter des Projektes ‚Nationale Kohorte‘ am Helmholtz-Zentrum München, die Zielsetzung der Studie.

Augsburger Studienzentrum nimmt Fahrt auf


In den nächsten Jahren sollen im Großraum Augsburg 20.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwischen 20 und 69 Jahren medizinisch untersucht sowie zu ihren Lebensgewohnheiten und ihrem sozialen Umfeld befragt werden. Mithilfe der Einwohnermeldeämter werden dafür Bürgerinnen und Bürger aus der Stadt Augsburg und den angrenzenden Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg zufällig ausgewählt und zur Teilnahme eingeladen. Die ersten haben ihre Einladung bereits erhalten, viele weitere werden über die nächsten Wochen und Jahre angeschrieben.

Erfolg der Studie steht und fällt mit dem Engagement der Teilnehmerinnen und Teilnehmer

„Jeder einzelne Teilnehmer und jede einzelne Teilnehmerin trägt mit dazu bei, die Erforschung der Volkskrankheiten voran zu bringen und damit die Gesundheitssituation auf lange Sicht in Bayern und in Deutschland zu verbessern“, appelliert Prof. Dr. Christa Meisinger, Leiterin des Augsburger Studienzentrums, an die Teilnahmebereitschaft der ausgewählten Bürgerinnen und Bürger. Das Untersuchungsprogramm dauert zwischen drei und fünf Stunden und beinhaltet neben den Befragungen zur Lebensweise und zu Vorerkrankungen auch medizinische Untersuchungen. So werden zum Beispiel Größe, Gewicht, Körperzusammensetzung, Handgreifkraft, körperliche Aktivität, Zuckerstoffwechsel und die Lungenfunktion gemessen. Im Labor werden Blutproben untersucht. Sämtliche Daten werden streng vertraulich behandelt, über die Untersuchungsergebnisse werden die Teilnehmer, wenn gewünscht, informiert.

Das Studienzentrum Augsburg bietet außerdem 6.000 Personen an, mittels Magnetresonanztomografie (MRT) untersucht zu werden. Für diese besondere Untersuchung wurde extra ein 3-Tesla-MRT-Gerät beschafft und installiert. Die fachliche Leitung des MRT liegt bei Privatdozent Dr. Thomas Kröncke, dem Chefarzt der Abteilung Diagnostische Radiologie am Klinikum Augsburg sowie Prof. Dr. Birgit Ertl-Wagner, Fachärztin für Radiologie am Klinikum der Universität München.

 

Editorial

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